Die Geschichte der Gemeinschaftsverpflegung

Liebe Gäste,

mit unserem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen einen näheren Einblick in die Entwicklung der Betriebsgastronomie gewähren - von ihren Anfängen bis hin zu dem Standard, wie Sie ihn heute in Ihrem Arbeitsalltag erleben.

Betrachtet man die Veränderung der Gemeinschaftsverpflegung über die vergangenen Jahre, blickt diese auf eine lange Tradition zurück. Musste man im Jahr 1800 noch von einer „Armenspeisung“ sprechen, schuf die Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine völlig neue soziale Situation für die Menschen. Nicht allein die Arbeit erfuhr eine ungeheure Entwicklung, auch die Zeitplanung, die Familienverhältnisse und nicht zuletzt die Ernährungsgewohnheiten veränderten sich. Gemeinsame Mahlzeiten in der Familie wurden seltener, bei Arbeitszeiten zwischen 12 und 14 Stunden an sechs Wochentagen, langen Arbeitswegen und kurzen Pausen, gestaltete sich die Ernährung überhaupt als schwierig.

Ende der 50er Jahre nahmen 60 % der Arbeitnehmer regelmäßig an der Betriebsverpflegung teil. In den 70er Jahren kam die Weiterentwicklung aufgrund des „Wirtschaftswunders“ der vergangenen Jahre so richtig in Schwung. „Wahlessen“ lösten das „Einheitsgericht“ ab, erste sogenannte Free-Flow-Ausgaben sorgten dafür, dass die ungeliebten Schlangen an den Ausgaben verschwanden. Diese Entwicklung hält bis in die heutige Zeit an. Seit dieser Zeit wird das Angebot der „à la carte-Gastronomie“  immer mehr zur Messlatte für die Gemeinschaftsgastronomie, wobei wir hier bei den modernen Betriebstypen mittlerweile von Foodcourts sprechen.

Heute steht die Gemeinschaftsgastronomie in allen Segmenten für Qualität, Genuss und gesundheitsorientierte Angebote. Sie befindet sich in einem ständigen Anpassungsprozess in Bezug auf die Anforderungen des Gastes. Früher eine Sozialleistung, ist die Mitarbeiterverpflegung heute mehr und mehr eine gastronomische Aufgabe mit modernen Food & Beverage-Angeboten geworden. Der Gast kann seine Komponenten, von gesunder ausgewogener Kost bis hin zu Imbissartikeln, frei wählen.

Jedoch reichen eine breite Auswahl der Speisen samt individueller Zusammenstellung, persönliche Atmosphäre und die Freundlichkeit der Mitarbeiter nicht mehr aus. Ist ein Dienstleister beispielsweise in einen Lebensmittelskandal verwickelt, verliert er nahezu sein gesamtes Image und einmal verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen, ist meist ein über Jahre dauernder, Kräfte zehrender Prozess. Aus diesem Grund kommt es heute stärker denn je darauf an, an dieser Stelle auf qualitativ hochwertige Rohstoffe zu achten und in alle, hierfür erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen in ausreichendem Maße zu investieren. Auch beim Gast erfordert dies ein langfristiges Umdenken, denn nicht jeder ist bereit, für höherwertigere Angebote tiefer in die Tasche zu greifen. Diesen Widerspruch gilt es täglich immer wieder neu zu lösen.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Aufgaben nicht geringer werden. Der demographische Wandel mit seiner sich verändernden Altersstruktur und einer großen Zahl an eingebürgerten Kulturen, der Abbau von Sozialleistungen, Veränderungen der Arbeitswelt in Bezug auf variablere Arbeitszeiten und der sozialen Gesellschaftsstrukturen werden auch die Betriebe, die nicht in dieser Branche tätig sind, zu neuen Überlegungen führen. Ihre Zukunft liegt in ihrem innovativen Charakter; dies ist als Chance und Herausforderung zugleich zu betrachten.

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